Die Tiere und Pflanzenwelt von Eriksberg

Spiel in Eriksberg

Auf den 925 Hektar von Eriksberg streifen über 1.500 Wildtiere frei umher. Hier leben Wisente, Rothirsche, Damhirsche und Mufflons Seite an Seite in einer Landschaft, die ihnen Raum für ein Leben im Einklang mit der Natur bietet. Die Tiere bestimmen den Rhythmus, und jeder Besuch bietet neue Entdeckungen.

Bison

Bison bonasus, etwa 45 Tiere am Eriksberg

Der Wisent ist Europas schwerstes Landsäugetier und der imposanteste Bewohner des Eriksberg-Nationalparks. Ein ausgewachsener Bulle kann bis zu 900 kg wiegen und etwas über 20 Jahre alt werden. Trotz seiner Größe bewegt sich der Wisent erstaunlich leise durch den Wald.

Die Art war nach dem Ersten Weltkrieg in freier Wildbahn ausgestorben. In ganz Europa lebten nur noch 56 Tiere in Gefangenschaft. Dank internationaler Schutzbemühungen lebt der Wisent heute wieder frei in Ländern wie Polen, der Ukraine und Rumänien. Eriksberg ist aktiv an diesen Bemühungen beteiligt.

Auf dem Eriksberg lebt eine Herde von etwa 45 Tieren, die man häufig auf den offenen Feldern grasen oder am Waldrand entlangstreifen sieht. Ein unvergesslicher Anblick.

Gekrönter Hirsch

Cervus elaphus, etwa 400 Tiere am Eriksberg

Der Rothirsch ist die größte Hirschart in Eriksberg und diejenige, der man am häufigsten auf den Weiden begegnet. Ein ausgewachsener Rothirsch kann bis zu 200 kg wiegen und trägt während der Brunftzeit ein prächtiges Geweih. Sein kraftvolles Röhren ist eines der charakteristischsten Geräusche des Herbstes in Eriksberg und schon von Weitem zu hören.

Im Sommer ist das Fell rötlich-braun, im Winter grau. Die Kälber werden im Mai geboren und sind in den ersten Wochen braun mit hellen Flecken. Die Hirsche werfen ihr Geweih jedes Jahr im Februar/März ab, um sofort mit dem Nachwachsen eines neuen zu beginnen.

Der Rothirsch ist in Schweden seit fast 10.000 Jahren heimisch. In Eriksberg durchstreift die Herde die 925 Hektar große Fläche frei und ist vor allem in der Dämmerung aktiv.

Gefallener Hirsch

Dama dama, etwa 750 Tiere am Eriksberg

Der Damhirsch ist das am häufigsten vorkommende Tier auf Eriksberg und die Art, die man dort fast immer antrifft. Im Sommer ist sein Fell braun mit helleren Flecken und einem weißen Bauch, wobei die Farbe von Tier zu Tier stark variiert – von fast weiß bis fast schwarz. Das Winterfell ist eher graubraun.

Das erwachsene Reh trägt ein großes, schaufelförmiges Geweih, das es jedes Jahr im April abwirft. Die Brunftzeit findet im Oktober und November statt. Dann versammeln sich die Hirsche mit ihren Hinterbeinen und erfüllen den Wald mit einem unverkennbaren Grunzen und Schnarchen.

Der Damhirsch stammt aus den Mittelmeerländern und wurde im 16. Jahrhundert für die königliche Jagd nach Schweden eingeführt. In Eriksberg bewegt sich die Herde frei und lässt sich leicht beobachten, besonders in den offenen Landschaften entlang des Mahraviken.

Davids Hirsch

Elaphurus davidianus, etwa 80 Tiere in Eriksberg

Der Rothirsch zählt zu den seltensten Hirscharten der Welt und ist in freier Wildbahn seit Langem ausgestorben, obwohl in den letzten Jahren einige Tiere in China wiederangesiedelt wurden. Im Herbst 2014 trafen 19 Tiere aus einem Gehege in Südengland in Eriksberg ein und wurden nach einer Quarantäne im Sommer 2016 zu den anderen Tieren freigelassen.

Die Art ist ähnlich groß wie der Rothirsch, hat aber einen kürzeren Hals, einen langen, schmalen Kopf und ein vielverzweigtes Geweih, das im November und Dezember abgeworfen wird. Die Brunftzeit dauert von Juni bis August, was sie von den anderen Hirscharten Eriksbergs unterscheidet, und die Kälber werden von Ende April bis Mitte Mai geboren.

Eriksberg beherbergt heute die größte Rothirschpopulation Skandinaviens, und die Tiere bringen jedes Jahr Kälber zur Welt. Dies ist ein konkreter Beweis dafür, dass die Schutzmaßnahmen erfolgreich sind und der Standort für die Art bestens geeignet ist.

Mufflonschafe

Ovis orientalis, etwa 200 Tiere am Eriksberg

Das Mufflon ist Europas einziges Wildschaf und stammt ursprünglich aus Korsika und Sardinien. Es ist zwischen den Damhirschen oft schwer zu entdecken, aber die Widder sind an ihren großen, gebogenen Hörnern, die bis zu 100 cm lang werden können, gut zu erkennen. Das Fell ist rotbraun mit einem helleren, sattelförmigen Muster auf dem Rücken und kurz und glatt wie das eines Hirsches, nicht wie das wollige Fell eines Schafes.

Ein ausgewachsener Widder wiegt bis zu 50 kg und lebt 10 bis 15 Jahre. Die Brunstzeit ist im Herbst, und die Aue bringt in der Regel ein Lamm pro Jahr zur Welt.

Die in Eriksberg beheimateten Mufflonschafe stammen von Tieren ab, die in den 1930er Jahren aus Österreich hierher gebracht wurden und heute als eine der reinsten Mufflonpopulationen Schwedens gelten.

Vogelwelt in Eriksberg

Eriksberg beherbergt eine vielfältige Vogelwelt und ist ein wichtiger Lebensraum für zahlreiche Vogelarten. Die Kombination aus Laubwald, offenen Flächen, Seen und der Ostseeküste bietet ideale Bedingungen für Brut- und Rastplätze. Hier gibt es Arten, die eng mit der Küste, dem Laubwald, Schilfgebieten und offenen Flächen verbunden sind, und aufmerksame Besucher können stets Neues entdecken.

Weißschwanzadler

Haliaeetus albicilla

Der Seeadler ist der größte Greifvogel Nordeuropas und einer der bekanntesten Bewohner Eriksbergs. Mit einer Flügelspannweite von bis zu 250 cm bietet er einen beeindruckenden Anblick, wenn er über die Buchten segelt oder hoch über den offenen Ebenen kreist.

Es war alles andere als selbstverständlich, dass der Seeadler heute noch hier leben würde. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Art in Schweden stark bedroht und vom Aussterben bedroht. Es war Bengt Berg, der Gründer von Eriksberg, der sich 1924 durch unermüdlichen Einsatz für den Schutz des Seeadlers einsetzte und ihm auf Eriksberg ein Refugium schuf, indem er die Vögel fütterte und ihre Nistplätze schützte.

Seeadler werden in Eriksberg regelmäßig gesichtet, insbesondere in der Nähe von Mahraviken und Färsksjön. Im Winter können sich mehrere Tiere gleichzeitig versammeln – ein Schauspiel, das nur wenige Orte in Schweden bieten.

Kran

Kies

Die Rückkehr der Kraniche im Frühling ist eines der stimmungsvollsten Naturschauspiele in Eriksberg. In großer Zahl ziehen sie während ihres Frühjahrszugs über das Reservat, und ihr kraftvolles Trompeten hallt über Land und Wasser wider. Der klare See und die offenen Weiden sind besonders beliebte Rastplätze, und der Anblick der Kraniche vor dem frühen Morgenhimmel ist für jeden, der in diesen Wochen in Eriksberg weilt, unvergesslich.

Graulagge

berücksichtigt

Die Graugans nimmt in der Geschichte von Eriksberg einen besonderen Platz ein. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Art in Schweden weit verbreitet, und es war Bengt Berg, der sich frühzeitig dafür einsetzte, der Graugans in Eriksberg bessere Lebensbedingungen und ein Schutzgebiet zu bieten. Heute ist die Graugans ein natürlicher und regelmäßiger Bestandteil der Vogelwelt des Naturschutzgebiets und kann im Frühling und Herbst regelmäßig in den geschützten Buchten und Küstenwiesen beobachtet und gehört werden.

Schläger

Mindestens 16 der 19 schwedischen Fledermausarten wurden im Eriksberg-Reservat nachgewiesen, was dieses zu einem sehr wichtigen Lebensraum für diese nachtaktiven Säugetiere macht. Der Reichtum an alten Laubbäumen, die vielfältigen aquatischen Lebensräume und die artenreiche Insektenwelt schaffen ideale Bedingungen für eine große Artenvielfalt.

Zu den bemerkenswertesten Arten zählt die Kleine Braune Fledermaus, die zu den in der Region vorkommenden, auf der Roten Liste stehenden Arten gehört. Auch die Nymphenfledermaus wurde in Eriksberg gesichtet und ist eine der bemerkenswertesten Arten der dortigen Fledermausfauna. Mit einem Normalgewicht von nur 3,5 bis 5,5 Gramm ist sie die kleinste Fledermaus Europas.

Fledermäuse sind ein deutliches Zeichen für ein gesundes Ökosystem. Dass Eriksberg so vielen Arten ein Zuhause bietet, ist das Ergebnis der vielfältigen Umwelt, der alten Bäume, der Gewässer und der langjährigen Naturschutzarbeit, die den Ort seit Generationen prägt.

Angeln in Eriksberg

Die Gewässer um Eriksberg bieten hervorragende Angelmöglichkeiten. Das Zusammentreffen von Brackwasser der Ostsee mit Süßwassersystemen schafft ideale Bedingungen für einen reichen und vielfältigen Fischbestand mit Arten, die in unterschiedlichen Lebensräumen gedeihen. Es gibt Buchten, Seen und Küsten zu entdecken, jede mit ihren eigenen Besonderheiten und ihrem ganz eigenen Charakter.

Die geschützte Bucht Mahraviken im Eriksberg-Gebiet ist bekannt für ihren großen Hechtbestand und gilt als eines der besten Hechtreviere des Landes. Das Brackwasser lockt zahlreiche Fischarten an, darunter auch Barsche. Im Frühjahr können die Hechte in großen Schwärmen auftreten – ein beeindruckendes Naturschauspiel für alle, die zur richtigen Zeit am Wasser sind.

Im Norrsjön-See innerhalb des Naturschutzgebiets wird kontrolliertes Angeln auf Regenbogenforellen angeboten – in ruhigem, abgeschiedenem Wasser, umgeben von den Klängen der Natur. Das Angeln im Naturschutzgebiet ist streng reguliert, und im Mahraviken wird beim Hechtangeln das Catch-and-Release-Prinzip angewendet, um die starken Bestände langfristig zu sichern. Es ist Angeln im Einklang mit der Natur, nicht ein Rückzug von ihr.

Flora in Eriksberg

Die Landschaft des Eriksbergs beherbergt eine ebenso reiche und vielfältige Flora wie Fauna. Von den spiegelglatten Oberflächen der Seerosen im Färsksjön-See über die mit Flechten bewachsenen Stämme der alten Eichen bis hin zu den Moosteppichen der feuchten Haine – hier findet man Vegetation, die von jahrhundertelangem Naturschutz und langer ökologischer Kontinuität geprägt ist. Manches davon ist in Schweden selten. Anderes übersieht man leicht, wenn man nicht weiß, wonach man sucht.

Seerosen im Süßwassersee

Der Färsksjön beherbergt eine der bemerkenswertesten Seerosenpopulationen der Welt. Rote, rosa, weiße und gelbe Seerosen blühen hier von Mitte Sommer bis September und bieten ein friedvolles Schauspiel, das Besucher und Botanikliebhaber gleichermaßen anzieht.

Die Rote Seerose hat in Eriksberg eine besondere Geschichte. Sie stammt ursprünglich aus Fagertärn in Tiveden und wurde in den 1940er Jahren in Färsksjön als Reservepopulation angepflanzt, um die Art für den Fall zu schützen, dass der ursprünglichen Population etwas zustoßen sollte. Heute zählt sie zu den markantesten botanischen Besonderheiten des Gebiets.

Der See beherbergt unter anderem sechsstielige Seerosen, Parkseerosen, Schwefelseerosen, Weiße Seerosen, Gelbe Seerosen und die klassische Rote Seerose (Nymphaea alba f. rosea). Zusammen bilden sie einen stillen, aber ungewöhnlichen Teil der Flora von Eriksberg – leicht zu übersehen im Schatten von Bisons und Seeadlern, aber schwer zu vergessen, wenn man ihn einmal gesehen hat.

Flechten, Moose und Pilze

Die alten Laubbäume, Küstenklippen und die inselartige Landschaft des Eriksbergs schaffen ideale Bedingungen für eine außergewöhnlich reiche und vielfältige Flora aus Flechten, Moosen und Pilzen. Bestandsaufnahmen haben eine große Anzahl von Flechtenarten ergeben, von denen einige unter Naturschutz stehen und auf der Roten Liste gefährdeter Arten geführt werden. Dies macht das Gebiet zu einem sehr wichtigen Standort für die Flechtenvegetation in Blekinge.

Zu den bemerkenswertesten Arten zählen die Kleine Edelflechte, die auf einer alten, rauen Buche im nördlichen Teil des Naturschutzgebiets vorkommt, und die Küstenlederflechte, die hier als neue Art für Blekinge entdeckt wurde. Weitere charakteristische Arten wie die Rosa Hainflechte, die Gefleckte Flechte und die Alte Eichenflechte zeugen von der hohen Biodiversität der alten Laubwälder.

Die erfasste Moosflora ist überwiegend epiphytisch, d. h. sie wächst auf Baumstämmen, insbesondere in älteren Laubwäldern. Die alten Eichen und Buchen beherbergen zudem mehrere gefährdete Pilzarten, die auf altem Holz wachsen, darunter der Gemeine Giftpilz, der Eichenlack-Giftpilz, der Pelzige Giftpilz und der Apfel-Giftpilz. Diese Dimension der Biodiversität des Eriksbergs ist weniger sichtbar, aber nicht weniger wichtig. Wer die Natur im Kleinen erleben möchte, findet im Eriksberg sowohl an Klippen und in alten Hainen als auch auf offenen Feldern viel zu entdecken.

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